Geldanlage für Kinder – So wird’s ein Erfolg!

Heute beschäftigen wir uns damit, wie ich als Elternteil oder Verwandter für Kinder finanziell am besten Vorsorgen kann. Dabei soll Thema sein, welche Anlageprodukte dabei am besten geeignet sein können, wo ich investieren kann aber auch einen Überblick gewinnen, wie es mit den steuerlichen Aspekten aussieht, um im späteren Alter keine Nachteile zu haben.

Schon früher haben die Eltern und Verwandten für den Nachwuchs schon früh vorgesorgt. Mit dem Unterschied, dass es da noch sogar auf einfache Bankprodukte einiges an Zinsen gab. Mit 5% pro Jahr, hat man damals niemanden einen verwunderten Ausdruck ins Gesicht gezaubert. Die Zeiten haben sich aber geändert. Auf ein Sparbuch gibt es quasi keinen Zins mehr und auch auf andere Banksparpläne ist langfristig kaum mehr möglich als die Inflation auszugleichen.

Die eigentlichen Ziele, wie ein finanziell guter Start in das eigene Leben, der Führerschein oder ein Auto, die Bildung mit Studium und den damit verbundenen Kosten abzudecken, fällt mit so niedrigen Zinssätzen schon sehr schwer zu erreichen. Aus dem Grund ist es sinnvoll, langfristig in günstige Fonds, speziell in ETFs zu investieren. Die Vorteile liegen auf der Hand. Denn auf lange Sicht gesehen, also ab einem Zeitraum von 10 Jahren in der Zukunft, sind die Renditechancen deutlich höher als mit normalen Banksparplänen. Denn dort gibt es etwas garantiert, nämlich annähernd keine Rendite.

Aber wie kann ich trotzdem eine gewisse Sicherheit bewahren und dies mit der möglichen Rendite der Kapitalmärkte verbinden? Hier sind ETFs eine Lösung. Diese börsengehandelten Fonds bündeln mehrere verschiedene einzelne Aktien und bilden langfristig ein Paket an Sachwerten. Ich bin somit nicht den Schwankungen von einer Aktie ausgesetzt, sondern kann in verschiedene Branchen und Ländern investieren. Welche ETFs hier besonders passend sind, schauen wir uns gleich an.

Der Anlagezeitraum sollte mindestens 10 Jahre sein. Wenn ich somit bei der Geburt beginne, jeden Monat einen bestimmten Betrag auf einen solchen ETF einzubezahlen, sinkt die Verlustwahrscheinlichkeit über diesen Zeitraum hinaus spürbar.

Wo finde ich ein gutes ETF Depot, um für mein Kind vorzusorgen?

Es gibt verschiedene Anbieter am Markt. Wichtig ist, dass ich auf folgende Kriterien achte.

Die Depotführung ist kostenlos, die Gebühren beim Kauf und Verkauf sind niedrig und bei einem Sparplan im besten Fall auch noch kostenlos und die Sparraten sind frei wählbar und am besten auch ab niedrigen monatlichen Beträgen wie 25€ pro Monat möglich.

Wie richte ich nun konkret das Kinderdepot ein?

In der Regel kann ich nur für Kinder ein Depot erstellen, deren gesetzlicher Vertreter ich bin. Großeltern oder Taufpaten z.B. können normalerweise diesen Schritt nicht machen. Bei manchen Depotbanken, bekommen solche Personen aber auch eine Vollmacht, um trotzdem ein Kinderdepot eröffnen zu können.

Die Dokumente, die du brauchst, hängen von der Beziehung zu dem Kind ab. Also ob du der Elternteil bist, ob du das Sorgerecht hast usw. So kann z.b. die Heiratsurkunde gefordert werden, oder andere Nachweise, die man in der Regel aber sowieso in den eigenen Unterlagen zu Hause eingeheftet hat. Des Weiteren brauchst du noch die Steuer-ID des Kindes. Diese wird dir sehr früh schon zugesendet. Außerdem ist noch die Geburtsurkunde des Kindes vorzulegen.

Welcher ETF ist nun für einen Sparplan zur Kindervorsorge besonders geeignet?

Wir möchten am besten, einen breit gestreuten ETF, um allen möglichen Gefahren so gut es geht aus dem Weg zu gehen. Das bedeutet, wir sollten nicht nur auf eine Branche oder ein Land setzen. Auch in so viele Wertpapiere wie möglich investieren. Und das natürlich am besten mit so wenig Aufwand wie möglich. (Die ETF-Analyse findest du im Video)

Wie sieht die steuerliche Situation aus? Ich bin kein Steuerberater und bei genaueren Fragen solltest du auch besser einen solchen aufsuchen. Aber einige allgemeine Gegebenheiten können wir abklären.

Zu Beginn sollten wir noch die Frage klären, ob es denn grundsätzlich Sinn ergibt, für mein Kind ein eigenes Depot zu eröffnen oder ganz einfach auf meinen Namen in mein Depot den Sparplan laufen zu lassen. Zum einen verliere ich schlichtweg die Übersicht im Laufe der Jahre über die Anteile und den Wert, welcher dann meinem Kind zusteht. Zum anderen kann ich so steuerlich auch ein paar Nachteile haben.

In Deutschland zahlt man 25% Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge. Dazu kommen dann evtl. noch Kirchensteuer und der Soli dazu. Jedem Bürger steht aber auch ein Sparerpauschbetrag zu. Bei Singles liegt dieser bei 801€ pro Jahr und bei verheirateten Paaren bei 1.602€ pro Jahr. Wenn ich somit für mein Kind in meinem eigenen Depot spare, zählen diese Kapitaleinkünfte auch zu meiner Steuerlast. Wenn ich jedoch ein Depot auf mein Kind laufen lasse, hat dieses auch einen Sparerpauschbetrag von 801€ pro Jahr zur Verfügung. Somit kann ich langfristig Steuern sparen.

Nicht ganz außer Acht sollte ich auch das Thema Bafög lassen. Wenn dein Kind später Mal eine schulische Ausbildung machen sollte oder studiert und dein Einkommen zu diesem Zeitpunkt nicht zu hoch ist, hat es Anspruch auf Bafög. Aber wenn deine Kindervorsorge über den ETF Sparplan zu hoch ist, kann es unter Umständen sein, dass das Kind keinen Anspruch auf Bafög mehr hat. Es sei denn, das gesamte Kapital, dass über den Freibetrag von aktuell 8.200€ liegt, wird aufgebraucht.

Auf der anderen Seite muss aber dein Kind bei genügend Vorsorge von deiner Seite somit weniger bis keine Schulden in der Zukunft machen. Noch dazu man nie sagen kann, wie die Regelungen dazu in 10 bis 15 Jahren einmal sein werden. Also somit im Hinterkopf behalten, aber nicht zu sehr jetzt davon beeinflussen lassen.

Wem gehört eigentlich das Geld? Diese Frage klingt erst mal sehr lustig. Aber wenn du ein Depot auf den Namen deines Kindes eröffnest, gehört das Geld ihm bzw. ihr. Du darfst das Geld nicht für andere Zwecke ausgeben wie der Anschaffung eines neuen Autos oder anderen Ausgaben.

Du bist im Endeffekt der Verwalter bzw. die Verwalterin des Geldes. Bis zur Volljährigkeit bist du verpflichtet, das Geld im Sinne der wirtschaftlichen Vermögensverwaltung anzulegen. Zum 18. Geburtstag, kann dann das Kind eigenständig über das Kapital bestimmten. Du hast dann keinen Zugriff mehr darauf. Wenn du dein eigenes Depot dazu genutzt hast, um einen ETF Sparplan über die Jahre umzusetzen, kannst du mit dem 18. Geburtstag des Kindes auch das Depot auf ihn oder sie übertragen. Dabei fällt die Schenkungssteuer an, die bei den eigenen Kindern einen Freibetrag von 400.000€ auf einen Zeitraum von 10 Jahren vorgesehen hat.

Disclaimer Die von mir in diesem Text getätigten Aussagen spiegeln ganz alleine meine Meinung wider. Es ist keine Aufforderung, die in diesem Text beschriebenen Tipps und Vorschläge auch so für dich in die Tat umzusetzen. Beachte, dass Anlagen in Aktien, ETF und Derivate riskant sind und im schlimmsten Fall zum Totalverlust führen können. Auch ich kann keine Prognose über zukünftige Verläufe treffen. Die von mir verfassten Texte und Aussagen dienen rein der Information und Weiterbildung. Links, welche mit einem* gegenzeichnet sind, sind sogenannte Affiliatelinks. Wenn du über diese Links ein Produkt oder eine Dienstleistung in Anspruch nimmst, erhalte ich eine Vergütung. Für dich bedeutet dies keine Mehrkosten. Ich empfehle zudem nur Produkte, von denen ich selber überzeugt bin und diese auch persönlich nutze.